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Der Tod in Venedig. Novelle.

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3 Kommentare

  1. Michael Dienstbier "Privatrezensent ohne fina...
    59 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Nein, dieses Buch ist hochaktuell, 14. Dezember 2001
    Von Ein Kunde
    Rezension bezieht sich auf: Der Untertan (Gebundene Ausgabe)
    Die armen Schüler, die sich an diesem Ort über die ihrer Meinung nach nicht mehr vorhandene Aktualität des Buches beklagen haben entweder zweifelhafte Lehrer oder schlichtweg eine unterentwickelte Fähigkeit zur Selbstreflektion. Es geht nicht um die Vergangenheit, es geht viel mehr um die Mechanismen und Automatismen in der Formung des Charakters eines Menschen unter immer wieder aktuellen Machtkonstellationen. Und es glaube bitte keiner, dass die dargestellten Verformungen eines Charakters nur in dieser Zeit geschehen sind, man schaue sich aufmerksam um und siehe da, die Heßlings von heute sehen anders aus, sind häufig seminargeschliffene Schönredner. Hinter der Fassade aber steckt leider oft genug der nahezu skrupellose Machtmensch. Das wird aktuell bleiben solange es Menschen gibt und schon deswegen ist es gut und wichtig, zu wissen was diese Menschen treibt und wie sie sich selbst gegenüber ihr Handeln, ihr Tun und Lassen zu rechtfertigen versuchen.

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  2. 46 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Habemus papam, 8. April 2005
    Einfach nur wunderbar! Die Kirche lief Sturm gegen dieses 1951 erschienene Spätwerk Thomas Manns. Wie könne man sich nur so an der Schöpfung vergehen. Wie auch immer, für alle Nichtdogmatiker ist dieser Roman ein köstlicher Spaß.
    Erzähler ist der Mönch Clemens, der uns diese Geschichte „zur Unterhaltung“ berichtet. Protagonist ist Gregorius, das Kind von Wiligis und Sibylla, einem Geschwisterpaar. Als diese das unerhörte Ausmaß ihres Aktes begreifen, legen sie das Baby in ein kleines Schiffchen und setzen dieses auf dem Meer aus, beigelegt ein Bericht über die schändliche Herkunft des Kindes. Ein Abt auf einer kleinen Insel findet das Schiffchen, nimmt den kleinen Gregorius auf, verheimlicht aber vor aller Welt die Geschichte seiner Herkunft und lässt dem Jungen eine theologische Erziehung angedeihen. Als junger Mann erfährt Gregorius jedoch von seinem Makel und beschließt auf Ritterfahrt zu gehen, um seine Sünden zu büßen. Dabei befreit er eine Stadt und heiratet dessen Herrin. Diese Herrin ist, man hält es nicht für möglich, seine Mutter. Nach mehreren Jahren erfahren die beiden durch Zufall von dieser Misslichleit und der gute Gregorius beschließt, den Rest seines erbärmlichen Lebens auf einem kahlen Felsen in Meer zu verbringen. 17 Jahre später, die Kirche ist durch ein Schisma gespalten, haben zwei Kirchenmänner eine Vision, dass der neue Papst seit 17 Jahren sein Dasein auf einem Felsen fristen soll. Sie begeben sich sofort auf die Suche und finden auch tatsächlich Gregorius, der auf wundersame Weise überlebt hat und zum neuen Papst ernannt wird. Als Sibylla von diesem neuen, wundersamen Papst erfährt, begibt sie sich zu ihm, um Absolution von ihren Sünden zu erlangen. Sie erkennen sich gegenseitig, fallen sich in die Arme und dem Happy End steht nichts mehr im Wege.
    Das Unterhaltsame an diesem Roman ist die durchweg vorhandene Ironie in der Erzählung Clemens. Er erwähnt zwar ständig, wie schlimm das doch alles sei und wie schwer es ihm doch falle, alles wahrheitsgemäß zu berichten, doch tut er es doch mit einer unverhohlenen Freude am Detail. Zusätzlich dazu macht Manns einmaliges Sprachniveau die Lektüre dieses Romans zu einem großen Vergnügen.

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  3. 27 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Legendenstoff in moderner Bearbeitung, 2. August 1999
    Von Ein Kunde
    Rezension bezieht sich auf: Der Erwählte: Roman (Taschenbuch)
    Thomas Manns Erzählung gründet sich in Hauptzügen auf den mittelalterlichen Epos „Gregorius der gute Sünder“ geschrieben von Hartmann von der Aue. Beide sind sich sehr ähnlich, was für eine Adaptation eines Legendenstoffs, wie es „Gregorius der gute Sünder“ ist durchaus im Bereich des Erlaubten ist. Nichts dagegen zu sagen. Ist das Original aber noch in Reimform und Mittelhochdeutscher Sprache geschrieben, so bezieht sich Thomas Mann doch auf das, was er am besten kann – Prosa. Und die ist im gelungen. Der Text liest sich ungemein gut und, er ist, trotz des heiklen Themas, Inzest nämlich, nicht unkomisch. Genaugenommen finden sich einige für den Leser im ersten Moment groteske Formulierungen und Situationen, die sich im Nachhinein aber doch selbst erklären. Zum ersten Mal kam Thomas Mann mit der Gregorius Legende im Wintersemester des Jahres 1894 / 95 in Kontakt und diese Geschichte um den „christlichen Ödipus“ mit der „Kraft der Reue zur Vergebung jeglicher Sünde“ lies ihn nicht mehr los. Gregorius ist das Kind einer freiwillig unfreiwilligen Liaison eines Bruders mit dessen Schwester. Da das Kind nicht bekannt werden darf, wird es auf das Meer ausgesetzt, wo es von Fischern geborgen wird, in einem Kloster aufwächst, um im Erwachsenenalter in seine Heimatstadt zurückzukehren, ohne es zu wissen seine Mutter ehelicht. Das Vergehen wird entdeckt und Gregorius beschließt seine Sünde zu büßen, indem er auf einem Stein im Meer leben will. Schlußendlich wird er aber doch zum Papst gekrönt, warum, das lese möglichst jeder selbst, es lohnt sich tatsächlich. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)

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